So bleibt die Wohnung im Sommer kühl

08
Mai

Man braucht nicht immer eine Klimaanlage, um die Wohnung in der Hitzewelle kühl zu halten, sondern auch einen wirksamen Sonnenschutz, eine ausreichende Belüftung und der Verzicht auf Wärmequellen, die nicht unbedingt notwendig sind. Am effektivsten ist der äußere Sonnenschutz – Untersuchungen zeigen, dass die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduziert wird, ein innenliegender nur um bis zu 25 Prozent, denn wenn das Licht die Scheibe durchdringt, wandeln sich Teile der Energie im Raum in Wärme um. Gerade moderne und vor allem beschichtete Fenster wirken dann wie ein Treibhaus. Was im Winter nützlich ist, ist im Sommer oftmals sehr ärgerlich.

Mieter brauchen Erlaubnis des Vermieters bei Veränderung der Bausubstanz

Jalousien, Fensterläden und Markisen werden als Sonnenschutz bezeichnet, der außen angebracht wird. Man kann jedoch nicht ohne weiteres eine Veränderung der Bausubstanz vornehmen lassen – dafür braucht man die Genehmigung des Vermieters.

Innen- und außenliegender Sonnenschutz

Innenliegender Sonnenschutz wie Vorhänge, Blenden oder Rollos sollten immer hell sein, Jalousien silberfarben, da sie das Licht am besten reflektieren. Wenn man draußen nichts anbringen darf oder möchte, kann man auch zur Not ein paar leichte Stoffbahnen vors Fenster hängen. Für große Südfenster lohnen sich getönte oder beschichtete Sonnenschutzfenster, wobei diese die Sonneneinstrahlung auch im Winter behindern. Selbstklebende Reflektionsfolien können von innen angebracht werden und behindern kaum die Sicht.

Die richtige Lüftung

Die richtige Lüftung ist bei der Hitze auch sehr wichtig, man sollte bei heißer Witterung nur spät abends, nachts oder früh morgens lüften. Wer den ganzen Tag über das Fenster aufmacht oder auf Kipp stellt, der lässt nur noch mehr Hitze ins Haus, die dann für immer in den Wänden gespeichert bleibt. Am besten ist Querlüften mit weit geöffneten Fenstern und Türen, ein Ventilator kann bei großer Hitze nicht für Kühlung im Raum sorgen, jedoch durch den Luftzug für Erleichterung sorgen. Bei dem Ventilator muss man auf jeden Fall bedenken, dass er nur die Luft verteilt, wobei es einen Unterschied zwischen gemessener und gefühlter Kälte gibt.

Unnötige Wärmequellen ausschalten

Wärmequellen wie Computer, Deckenfluter oder Plasmafernseher sollten nur dann verwendet werden, wenn sie auch wirklich gebraucht werden. Schließlich ist der Kampf gegen die Außenwärme völlig aussichtslos, wenn man gleichzeitig im Raum unnötig Wärme erzeugt. Der Wäschetrockner ist beispielsweise ein verzichtbares Gerät, da die Wäsche bei warmen Temperaturen und Sonnenschein auch sehr gut an der Leine auf dem Balkon oder im Garten trocknen kann. Beim Kochen sollte man möglichst wenig Hitze produzieren, beispielsweise kann man bei manchen Gerichten die Platten kurz vor Schluss ausschalten, denn sie geben weiterhin Wärme ab. Der Einsatz von Abzugshauben ist im Sommer sehr sinnvoll, da sie die warme Kochluft nach draußen tragen, ohne dass die Hitze von draußen in die Küche gelangt.

Mit Bettlaken die Wohnung kühl halten

Ein Trick ist es der Hitze zu trotzen, indem man handfeuchte Tücher oder Bettlaken mit hohem Baumwollanteil im Raum aufhängt, beispielsweise vor das Fenster oder über zwei Stühle. Der Luft wird durch den Trocknungsvorgang Wärme entzogen, die man auch als Verdampfungswärme kennt. Hier wird aber nicht nur die verdampfende Flüssigkeit abgekühlt, sondern auch die Umgebung, man spricht hier auch von Verdunstungskälte. Noch effektiver ist es, wenn man den entstehenden Dampf durch einen trockenen Luftzug abtransportiert, damit weitere feuchte Luft verdunsten kann, beispielsweise über einen Ventilator. Massive Fußböden helfen auch bei der Kühlung des Zimmers, da sie die Wärme aus der Raumluft aufnehmen. Im Sommer sollte man aber lose und schwere Teppichböden wegräumen, da sie wie eine Wärmedämmung wirken und verhindern, dass der Boden Wärme speichert.

Kalte Wärmflasche

Besonders nachts wenn man schlafen möchte, können heiße Temperaturen unerträglich erscheinen, laut Schlafexperten ist aber nur der Zeitpunkt des Einschlafens schwierig. Die Hitze stört auch nicht mehr, wenn man einmal weggenickt ist. Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser hilft als kühlende Erfrischung, die man einfach zwischen die Oberschenkel legt. Die Kälte verteilt sich über das Blutbahnsystem gleichmäßig im gesamten Körper.

Nachthemd ins Eisfach legen

Die Nachtwäsche oder das Bettlaken kann alternativ in einer Kunststofftüte ins Eisfach gelegt werden. Die Kälte erfrischt nach dem Überstreifen angenehm und hilft dem Körper, die Temperatur zu senken, bis man eingeschlafen ist. Kaltes Duschen hingegen bewirkt, dass der Kreislauf angeregt wird, deshalb sollte man lieber lauwarm duschen. So weiten sich die Poren der Haut und können somit die Temperatur und Feuchtigkeit am besten ausgleichen. Schlafexperten empfehlen, dass man leichte Bekleidung aus synthetischen Materialien auswählt, die die Feuchtigkeit und Hitze vom Körper weg transportieren.

Kostenfaktor Klimaanlagen

Wer diese Maßnahmen befolgt, der kann die Wärme im Haus schon deutich reduzieren ohne den Einsatz von mobilen Klimageräten. Bei den Klimageräten kommen neben den Anschaffungskosten auch noch die immensen Stromkosten hinzu, wobei diese Geräte nicht nachhaltig sind. Schließlich heißt Effizienzklasse A noch lange nicht, dass diese Geräte wenig Energie verbrauchen. Dass bei Kompakt-und Blockgeräten der Schlauch mit der abführenden Luft durch offene Fenster oder Türen nach außen transportiert werden muss ist ein Widerspruch in sich. Man sollte lieber zusätzlich auf effektiven Sonnenschutz setzen und die Geräte nicht immer im Stand-by-Modus belassen. Viel weniger Last mit Sommerhitze gibt es in Wohnungen mit guter Dämmung – in diesem Fall braucht man dann keine teuren Klimaanlagen. Natürlicher Schatten durch Laubbäume, die im Sommer Schatten spenden und im Winter kostbares Licht durchlassen sind selbstverständlich auch sehr hilfreich. Wenn es trotzdem unerträglich heiß geworden ist sollte man sich luftig anziehen, kühle Tücher an die Handgelenke legen, lauwarm duschen und dünne Bettdecken beziehen. Ebenso helfen können aufgestellte Wasserschüsseln, vorgekühlte Nachtkleidung oder feuchte Vorhänge – man sollte aber niemals die Wärme mit einer offenen Kühlschranktür bekämpfen, da hier mehr Hitze hinterher entstehen kann.